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Guttengate

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Guttengate

Beitragvon Darksider » 18. Feb 2011, 16:43

Man liest und hört ja im Moment kaum was anderes.

Hier mal meine Meinung dazu:

Ich schätze zu Guttenberg als Politiker sehr, da er mit seiner Eloquenz und seinem sympathischen Auftreten einen Beitrag gegen die viel zitierte Politikverdrossenheit in der Bevölkerung leistet. Ich bin auch der Meinung, dass man politische Dinge von wissenschaftlichen - wozu seine Dissertation zweifelsohne zählt - grundsätzlich trennen sollte. Dass die Opposition seit Monaten eine gezielte Politik gegen zu Guttenberg betreibt, um das momentane Aushängeschild der Union zu schwächen, ist auch offensichtlich.

Es gibt aber zwei Sachen, die mich an der Sache gewaltig stören.

1) Ein Plagiatsvorwurf gegen eine Dissertation ist eine ernste Angelegenheit, vor allem, wenn die Anschuldigungen so vielfältig und eindeutig scheinen. Als Student würde man in einem solchen Falle wohl mit einem Ausschluss vom Studium rechnen müssen. Es gibt mittlerweile ungefähr 20 Autoren, deren Inhalte von zu Guttenberg offensichtlich fast eins zu eins übernommen hat. Das ist mindestens wissenschaftlich unhaltbar, wenn nicht gar Betrug. Insofern lässt sich der gesamte Aufruhr nicht einfach als politische Kampagne abkanzeln.

2) Der Umgang von zu Guttenberg mit der Angelegenheit ist vollkommen unmöglich. Wenn er die Vorwürfe als "absurd" abstempelt, muss er diese dennoch entkräften und sich angesichts der scheinbar eindeutigen Befunde auch persönlich stellen. Die Bundespressekonferenz nun zu schwänzen und somit den Druck der Medien noch zu verschärfen war m. E. der vollkommen falsche Weg.
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Re: Guttengate

Beitragvon gorius1976 » 19. Feb 2011, 06:06

Ich sehe zu Guttenberg (obwohl in der falschen Partei) als eine Erfrischung in der Politik an. Ein junger Spund zwischen alten Säcken, dessen Zukunft ich schon im Kanzleramt gesehen habe. Aber die Vergangenheit hat immer gezeigt, erfrischende junge Politiker haben häufig irgendetwas oder irgendwie eine Leiche im Keller. Ich erinnere mich z.B. an einen Björn Engholm der Anfang der 80er auf der politischen Bühne erschien und Anfang der 90er als klarer Kanzlerkandidat der SPD hervor ging und schlussendlich über die Barschel-Affäre stolperte und wieder verschwand. Ich hoffe nicht das es KT da ähnlich gehen wird und er über die Doktor-Affäre ins Nirwana verschwindet, aber derzeit sieht es so aus.

Natürlich kann man das nicht trennen. Es geht um die Person zu Guttenberg und wenn er da betrogen hat, werden immer Zweifel bei seinen politischen Entscheidungen auf kommen. Wer einmal lügt den traut man nicht, auch wenn er hundert mal die Wahrheit spricht. Seine Reaktion ist ein absoluter Witz, so steht heute in der Westfalenpost das er erst einmal ohne Doktor Titel weiter machen will. Herr Gott, wenn alles nur erlogen ist und sich alle gegen ihn verschworen haben sollen, dann muss er eine aggressivere Reaktion zeigen und versuchen diese schwerwiegenden Vorwürfe zu widerlegen. Seine jetzige Reaktion kommt, in meinen Augen, einem Schuldbekenntnis gleich und wird ihn sicher sein Amt und seine weiteren politischen Ambitionen kosten. Eigentlich schade drum.
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Re: Guttengate

Beitragvon Ron Artest » 20. Feb 2011, 20:07

Es war ja klar, dass seitens der Oppositionellen solange gegraben wird, bis man was findet. Ich bin ein großer KT-Fan und denke, im Falle, dass er tatsächlich betrogen haben sollte, auf seinen Doktortitel verzichten sollte. Das sollte es aber auch an Konsequenzen gewesen sein. Daraus einen Strick zu drehen und ihm im Zuge dessen plötzlich die politische Kompetenz abzusprechen, wäre tatsächlich absurd. Sollte etwas an den Vorwürfen dran sein, wird es zumindest mein Vertrauen in seine politischen Fähigkeiten in keinster Weise erschüttern. Wahnwitzig und allzu offensichtlich finde ich es, wenn jetzt behauptet wird, die verstorbenen Soldaten seien ein Ablenkungsmanöver KTs, um von seiner Doktoraffäre abzulenken? Nehmen sich diese Leute eigentlich noch selbst ernst?
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Re: Guttengate

Beitragvon gorius1976 » 22. Feb 2011, 20:02

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Re: Guttengate

Beitragvon Obelix » 23. Feb 2011, 15:21

ich finde es einen hammer was im moment mit guttenberg passiert, ich halte ihn für den fähigsten politiker der im moment in der regierung ist.. irgendwie erinnert mich das alles an die sache mit engholm damals... der war mir auch sehr sympathisch und war auch fähig und ruck zuck war er vom fenster weg.. vorallem die art und weise wie alle auf guttenberg rumhacken geht mir auf den senkel, ein freund von mir ist soldat auf lebzeiten und wir haben uns über dieses thema schon des öfteren unterhalten, gerade was den besuch von guttenberg im letzten dezember anbegeht, war er genauso wie ich auch sehr davon angetan, endlich mal ein vertreidigungsminister der nicht nur labbert sondern auch mal in das gebiet geht und der deutschen bevölkerung die das alles nur durch die medien mitbekommt, die lage und die situation der soldaten mit den problemen die sie tag ein tag aus konfrontiert sind zu erläutern.. seit dem besuch dort und der berichterstattung sehe ich vieles aus einem anderen blickwinkel!!! ich finde guttenberg klasse in dem amt das er im moment ausführt, egal welcher partei angehört.. das habe ich auch beim fischer gesagt, der einen super außenminister abgegeben hat, daß hätte ich ihm damals niemals zugetraut!!
[color=#000000]Gruß Obelix ein echter Pfälzer Bub

LAKIC DU RATTE VERPISS DICH!!
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Re: Guttengate

Beitragvon gorius1976 » 23. Feb 2011, 16:25

Ein Praktikant im Verteidigungsministerium fragt im Büro:

"Wo ist eigentlich der Kopierer?"

"Der ist gerade auf Truppenbesuch."
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Re: Guttengate

Beitragvon Jucman » 24. Feb 2011, 20:07

Also ich sitze ja auch an meiner Abschlussarbeit - auch wenn's keine Dissertation ist. Das mit'm Zitieren kann dir durchaus versehentlich passieren. Man liest so viel, man schreibt so viel und dann passieren Fehler. Ich glaube da erst einmal ans Gute im Menschen. Naja, aber wenn er so offen die Fehler einräumt, dann war es wohl doch eher Absicht und dann ist das ein echtes Vergehen. Aber deswegen zurücktreten? Bitte nicht. Schaut euch die Alternativen an...
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Re: Guttengate

Beitragvon gorius1976 » 24. Feb 2011, 23:42

Heute irgendwo gehört das er von 274 Seiten rund 260 Seiten abgeschrieben hat, da würde ich nicht mehr von einem Versehen sprechen.
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Re: Guttengate

Beitragvon 316 » 27. Feb 2011, 19:20

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Re: Guttengate

Beitragvon gorius1976 » 1. Mär 2011, 13:21

OK., meine Befürchtungen haben sich , leider, erfüllt. Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ist soeben von seinen politischen Ämtern zurückgetreten. Der mediale Druck sei zu groß gewesen und er wolle nicht auf dem Rücken von Soldaten seinen Kampf ausführen, des weiteren fehle ihm die Kraft für den Kampf auf seiner politischen und persönlichen Ebene.

Ich bin sehr traurig deswegen, denn es war sicher mit Abstand einer der glaubwürdigsten Politiker, denke das hat gerade in diesem Super-Wahl-Jahr Stimmen der Union gekostet. Vor KT ziehe ich den Hut.
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Re: Guttengate

Beitragvon Radi » 1. Mär 2011, 16:07

Obwohl KTzG in einem anderen politischen Lager zuhause ist als ich, war er mir immer sehr sympathisch und ich hielt ihn auch immer für einen der ehrlichsten und glaubwürdigsten Politiker in unserem Lande, weil er auch vor Kritk im eigenen Lager nicht zurückschreckte. Und selbst als SPDler hätte ich ihn mir auch in noch höheren Ämtern vorstellen können.

Fakt ist aber: Er hat nicht unwesentliche Teile seiner Dissertation abgeschrieben und/oder kopiert - ohne Quellenangabe. Das mag manchmal in kleinen Teilen ohne Absicht passieren, aber nicht in dem Ausmaß. Damit hat er sich einen Titel erschlichen/erschwindelt, der in der ganzen Welt hoch angesehen ist und jedem Inhaber oft Tür und Tor öffnet, evtl. auch was politische Ämter angeht. Den Titel zurückzugeben bzw. aberkannt zu bekommen war also eine logische Konsequenz.

Leider ist aber ein Ministerposten - und für die Soldaten im Besonderen der des Verteidigungsministers - mit einer sehr großen Verantwortung und dem damit verbundenen Vertrauen gegenüber dem Volk und den Untergebenen verbunden. Das wurde durch diese Affäre schwer erschüttert und durch das leider nur scheibchenweise und sehr späte Einräumen des Vergehens noch mehr beschädigt. Seine politische Karriere ist damit wohl beendet, was ich persönlich sehr schade finde. Vor der Konsequenz, mit der er gehandelt hat, ziehe ich auch den Hut, vor der Person nicht mehr so gerne. Ich verteufle ihn jetzt nicht bis in die Ewigkeit, aber gerade weil er dem Volk sehr viel Politikverdrossenheit genommen hat, bin ich von ihm doch sehr enttäuscht.
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Re: Guttengate

Beitragvon Ron Artest » 1. Mär 2011, 18:14

Es lief einfach schlecht. An KT ist das Krisenmanagement zu kritisieren, an der Opposition und der vierten Gewalt, den (linksgerichteten) Medien, die Geilheit, in der Privatssphäre des übergroßen politischen Gegners solange rumzuwühlen, bis dieser keine Gelegenheit mehr hat, sachlich zu argumentieren. Denn die Rücktrittsforderungen an KT richten sich ausschließlich an seine Dissertation und nicht an seine politischen Handlungen. Bravo! Der große Verlierer ist die deutsche Politik, denn egal, wie man zu KT stehen mag, er war der einzige deutsche Politiker, der es geschafft hat, Menschen mit positiven Emotionen an die Politik zu binden.

Viele Medien argumentierten damit, dass die Soldaten kein Vertrauen mehr in ihren Vertreidigungsminister haben könnten. Die Stimmen aus der Soldatenschaft, die ich gehört habe, waren KT jedoch auch während der Affäre positiv gesinnt und trauten ihm als Einzigen zu, die große Bundeswehrreform zum Ende zu bringen. Ich bin sehr gespannt, wer der Nachfolger wird.

Seine politische Karriere wird vielleicht 1-2 Jahre ruhen müssen. Franz Josef Strauß musste damals übrigens auch als Verteidigungsminister zurücktreten und ist später der beste bayerische Ministerpräsident aller Zeiten geworden. Ich halte Parallelen nicht für ausgeschlossen.
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Re: Guttengate

Beitragvon Darksider » 1. Mär 2011, 20:51

Ron Artest hat geschrieben:Es lief einfach schlecht. An KT ist das Krisenmanagement zu kritisieren, an der Opposition und der vierten Gewalt, den (linksgerichteten) Medien, die Geilheit, in der Privatssphäre des übergroßen politischen Gegners solange rumzuwühlen, bis dieser keine Gelegenheit mehr hat, sachlich zu argumentieren. Denn die Rücktrittsforderungen an KT richten sich ausschließlich an seine Dissertation und nicht an seine politischen Handlungen. Bravo! Der große Verlierer ist die deutsche Politik, denn egal, wie man zu KT stehen mag, er war der einzige deutsche Politiker, der es geschafft hat, Menschen mit positiven Emotionen an die Politik zu binden.

Viele Medien argumentierten damit, dass die Soldaten kein Vertrauen mehr in ihren Vertreidigungsminister haben könnten. Die Stimmen aus der Soldatenschaft, die ich gehört habe, waren KT jedoch auch während der Affäre positiv gesinnt und trauten ihm als Einzigen zu, die große Bundeswehrreform zum Ende zu bringen. Ich bin sehr gespannt, wer der Nachfolger wird.

Seine politische Karriere wird vielleicht 1-2 Jahre ruhen müssen. Franz Josef Strauß musste damals übrigens auch als Verteidigungsminister zurücktreten und ist später der beste bayerische Ministerpräsident aller Zeiten geworden. Ich halte Parallelen nicht für ausgeschlossen.


Dem möchte ich mich im Großen und Ganzen anschließen. Ich hätte ihm aber auch einen cleveren Umgang mit der ganzen Sache zugetraut. Er wusste von Anfang an, dass er da riesengroßen Mist gebaut hat, der in wissenschaftlicher wie menschlicher Hinsicht nicht einfach als Bagatelle abzutun ist. Hätte er da früher zu gestanden, wäre das ganze Brimborium nicht so gewaltig gewesen.

Grauenhaft ist wirklich das Geätze von grüner Seite - einer Partei, die ich vor ihrem aktuellen Größenwahn eigentlich sehr geschätzt habe. Aber bis die Politiker mal lernen, dass man mit dem ewigen primitiven Aufeinanderrumgehacke den Wähler noch weiter abschreckt, muss wohl noch sehr sehr viel Zeit vergehen...
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